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Angstlust

Angstlust

Warum gruseln wir uns gern?

Im Kino brechen Blockbuster wie „Es“ alle Rekorde. Auf dem Jahrmarkt geht es am liebsten in die Geisterbahn und auch beim Fernsehen fällt die Wahl gerne auf ein Programm, das für Gänsehaut sorgt.

Ohne Zweifel, das Unheimliche zieht Menschen in ihren Bann. Gruselige Orte und haarsträubende Geschichten am Lagerfeuer faszinieren schon Kinder und lassen auch Erwachsene nicht außen vor.

Furcht ist eigentlich ein negatives Gefühl, das vor einer Gefahr warnen soll. Doch woher kommt der Spaß am Gruseln?

Angstlust - ein uraltes Konzept...

Gruseln ist mehr als bloße Angst. Furcht und Bedrohung vermischen sich dabei mit dem Spaß an dem negativen Gefühl. Aufregung und Spannung sorgen für eine körperliche Reaktion, ein reizvolles Prickeln.

Bei unserem „Horror-Experiment“ rechts verbirgt sich eindeutig ein „Albtraum-Erlebnis“ hinter dem runden Fenster - und so fängt der Kampf zwischen Vernunft und Neugier an.

Soll man das runde Fenster anklicken und es riskieren oder widerstehen und verschont bleiben?

VORSICHT: Nichts für schwache Nerven!

Der Reiz der Angstlust

Schuld daran ist ein altes Handlungsmuster, das die Menschheit seit jeher kennt. Babys und Kleinkinder sind zunächst hilflose und unsichere Wesen, für welche die Welt bedrohlich und überfordernd ist. Sie haben ein großes Bedürfnis nach Sicherheit und sind davon abhängig, dass ihre Eltern sie beschützen.

In dieser frühen Entwicklungsphase gehen Kinder eine tiefe Bindung ein, in der Regel mit der Mutter. Die Erfahrung der Geborgenheit stärkt das kindliche Urvertrauen.

Jenes Urvertrauen ist der Grundstein dafür, sich auf positive Weise mit der Umwelt zu beschäftigen – auch mit deren Gefahren. Kinder mit einem ausgeprägten Sicherheitsgefühl sind diejenigen, die sich später am meisten zutrauen.

Das Urvertrauen und die Sicherheit, welche es mit sich bringt, ist entscheidend dafür, wie offen man der Welt begegnet und wie man mit beängstigenden Situationen umgeht. Sie ist auch die Voraussetzung dafür, wie sehr später Erwachsene die Lust an der Angst genießen können.

Angstlust - die Mischung aus Angst und Lust.

Bei einem gruseligen Film gerät für einen kurzen Moment in Vergessenheit, dass eigentlich keine Gefahr droht. Das Bewusstsein bewegt sich zwischen dem Reiz der Angst und der Gewissheit, dass nichts passieren wird. Die körperliche Reaktion passt sich an.

Der Zuschauer einer beängstigenden Filmszene schlägt sich die Hände vor die Augen und wagt doch einen kleinen Blick durch die Finger hindurch. Es ist nicht möglich, etwas zu sehen und es gleichzeitig nicht zu sehen. Grenzen werden ausgetestet.

Von Abenteuern und Sicherheit

In einer Situation von Sicherheit und Geborgenheit besteht die Möglichkeit, gefahrlos zu erproben, wie der Umgang mit einer Bedrohung in der Realität aussehen könnte. Wichtige Erfahrungen werden gesammelt, ohne dabei tatsächlich in Gefahr zu geraten.

Im kuscheligen Bett die Nase in ein gruseliges Buch zu stecken bringt gleichermaßen Geborgenheit wie auch Schaudern mit sich. In den eigenen vier Wänden, hinter verschlossenen Türen, fällt es leicht, einen spannenden Kriminalfall zu verfolgen und das Böse im Menschen zu erkunden. Die Angstlust erregt den Zuschauer.

Wenn die Anspannung weicht, stellt sich ein Gefühl der Freude und Erleichterung ein. Das Wechselbad der Gefühle lässt uns die Aufregung erleben und zugleich genießen, da uns nichts passieren kann.

In jedem Menschen steckt sowohl ein Abenteurer als auch ein Angsthase. Schon Kleinigkeiten können das Gehirn in einen Alarmzustand versetzen. Adrenalin und Noradrenalin werden freigesetzt. Im Wechsel zwischen Spannung und Entspannung, Angst und Erleichterung, Freude und Leid werden körpereigene Opiate und Dopamin ausgeschüttet.

Das vegetative Nervensystem wird aktiv, der Körper bei bereitet sich auf mögliche Reaktionen vor. Weglaufen oder kämpfen? Sich verstecken oder dem Angreifer mutig in den Weg stellen?

In einem späteren Moment bewertet das Großhirn die Situation rational. Es war nur ein Fehlalarm, niemand ist in Gefahr.

Kinder und Jugendliche lieben den spielerischen Umgang mit Grusel und Nervenkitzel. Ihre Abenteuerlust erwacht. Wägen wir uns in Sicherheit, können wir spielerisch mit der Aufregung umgehen. Das Gruseln und die Lust an der Angst bieten einen Überlebensvorteil. Es ermöglicht ein Lernen aus einer sicheren Position heraus. Der Umgang mit bedrohlichen Situationen wird erprobt, in Gedanken durchgespielt, das Bewältigen körperlicher oder psychischer Reaktionen wird eingeübt.

Die Fantasie lässt dabei manch einen mutiger erscheinen, als er in Wirklichkeit wäre. Selbstverständlich würde man jedem Monster unerschrocken entgegensehen, stünde es tatsächlich vor einem. Ganz gleich, ob dies wahrhaftig der Fall wäre, das Gedankenspiel sorgt für mögliche Konzepte mit dem Umgang mit einer Bedrohung. Vielleicht ist es am Ende kein Monster, dem man sich stellen muss, sondern nur ein übel gelaunter Chef, dem man die Stirn bietet.

Die Furcht vor der Ungewissheit

Zu Halloween spielt Angstlust eine große Rolle. Es macht Spaß, sich gegenseitig zu erschrecken und neben der Lust an der eigenen Angst auch noch Schadenfreude zu empfinden. Das spätere gemeinsame Lachen sorgt für die nötige Entspannung. Nichts war echt, es war nur ein Scherz.

Das Ungewisse macht uns Angst. Im Berufsleben oder in Beziehungen ist es oft schwer, neue Wege zu gehen oder etwas zu wagen. Es ist nicht einfach, die eigene Komfortzone zu verlassen und sich neuen Herausforderungen zu stellen. Hierbei handelt es sich um sehr reale Ängste. Ungewiss ist, wie die Dinge sich entwickeln werden, ob getroffene Entscheidungen die richtigen sind. Reizvoll sind dagegen mögliche Erfolge.

Auch die Esoterik kennt das Wechselspiel von Angst und Neugier. Die Zukunft bringt Ungewissheit mit sich. Wahrsagerei und spirituelle Rituale schüren Ängste.

Ist es wirklich möglich, Kontakt zu den Toten aufzunehmen und wenn ja, möchte man denjenigen wiedersehen oder lieber die Vergangenheit ruhen lassen? Fragesteller beim Kartenlegen befinden sich im Zwiespalt, denn einerseits möchten sie ihre Zukunft erfahren, andererseits fürchten sie, von Unheil oder Schicksalsschlägen zu erfahren.

Kinder glauben meist noch an die Existenz von Hexen, Fabelwesen oder Monstern. Doch selbst Erwachsene genießen oft das Spiel mit dem Unbekannten. Ein kleiner Teil von mystischem Denken bleibt auch im Erwachsenenalter erhalten. Es spielt vor allem dort eine Rolle, wo Wissenschaft an ihre Grenzen gerät oder wo ein fester religiöser Glaube vorherrscht. Die Überzeugung, dass es weit mehr gibt, als wir bislang wissen und erklären können, gibt Raum für Spekulationen.

Kinder fürchten sich gelegentlich vor einem Monster unter dem Bett. Doch selbst wer sonst rational und abgeklärt denkt, muss gelegentlich feststellen, dass irrationale Ängste ihn übermannen. In der Ungewissheit der Dunkelheit scheint es plötzlich etwas zu geben, das auf einen lauert, gerade dann, wenn die Gewissheit vorherrscht, eigentlich alleine zu sein. Es gibt diese kleine Stimme im Kopf, die sich fragt: Was, wenn doch nicht?

Das Spiel mit der Angst bringt den Menschen an seine Grenzen, lässt ihn aber auch über sich hinauswachsen. Risikofreudigkeit kann bedrohlich, aber auch erfolgsversprechend sein.

Vielleicht begegnet man beim nächsten Faschingsfest einem Horrorclown mit anderen Augen, wenn einem bewusst ist, was man von ihm lernen kann.

Tarot

Tarot & Wahrsagen

Das Kartenspiel Tarot vereint Geheimnis, Faszination und Mystik in sich. Die Magie rund um Kartenlegung und deren Deutung hält die Menschen bis heute in Bann. Für manche ist das Kartenspiel Tarot ein zutiefst esoterisches Medium und für andere hingegen ein kurzweiliger, genussvoller Zeitvertreib.

Horoskope & Astrologie

Horoskope & Astrologie

Die zwölf Sternzeichen sind in vier Gruppen unterteilt, die jeweils drei der Zeichen enthalten. Die vier Gruppen sind nach den vier Elementen benannt, die der antike griechische Philosoph Empedokles vor 2.400 Jahren vorgeschlagen hat. Sie galten als die Bausteine des Universums: Feuer, Erde, Luft und Wasser.

Pendeln

Wahrsagen mittels Pendeln

Beim Pendeln gibt es eine Interaktion zwischen der Pendelbewegung und dem menschlichen Unterbewusstsein, was bedeutet, dass praktisch jede Handlung eines Menschen ursächlich im Unterbewusstsein liegt.

Hypnose

Hypnose

Hypnose ermöglicht Ihnen, innere Balance zu erlangen und seelisches Wohl nach Lebenskrisen wieder herzustellen. Vertrauen ist hierbei die wichtigste Ressource, damit Sie sich völlig auf den Trancezustand einlassen können.

Numerologie

Numerologie

Die Numerologie – oder auch Zahlensymbolik – ist eine der ältesten Geheimwissenschaften der Menschheit. Bereits seit Jahrtausenden werden den Zahlen besondere Kräfte zugeschrieben oder sie zumindest als symbolisch für bestimmte Zusammenhänge betrachtet.

Angstlust

Angstlust | Warum gruseln wir uns gern?

Angstlust - ein uraltes Konzept - Gruseln ist mehr als bloße Angst. Furcht und Bedrohung vermischen sich dabei mit dem Spaß an dem negativen Gefühl. Gruselige Orte, Albträume und haarsträubende Geschichten am Lagerfeuer sorgen für ein reizvolles Prickeln.