Runen – mystische Zeichen germanischer Völker

Sie finden sich als Ritzungen in Steinen, Holz und Elfenbein und hatten im nordischen Raum eine mystische Bedeutung: Germanische RunenSie finden sich als Ritzungen in Steinen, Holz und Elfenbein und hatten im nordischen Raum eine mystische Bedeutung: Germanische Runen. Die Schriftzeichen wurden von den Wikingern und den Völkern in Schlesien, Böhmen, Pommern und Norddeutschland zur Kommunikation genutzt. Die ältesten Inschriften stammen aus dem 2. Jahrhundert n. Chr.

Entstehung der Runenzeichen

Über die Herkunft und Entstehung germanischer Runen ist wenig bekannt. Forscher nehmen an, dass die Schriftzeichen nach den Vorbildern südeuropäischer Schriften entstanden sind. Die ältesten Funde datieren auf die zweite Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. Auf dem Gebiet des heutigen Dänemarks und aus Schweden stammen die ältesten Funde. Es handelt sich um Fundstücke, die an ehemaligen Mooropferplätzen entdeckt wurden und über die Jahrhunderte im sauerstofflosen Schlamm perfekt konserviert wurden. Auch anhand dieser Fundstücke konnte die Herkunft der Runen nicht zweifelsfrei erklärt werden. Typisch für die germanischen Schriftzeichen ist das weitestgehende Fehlen waagerechter und gerundeter Linien. Heute existieren vier Thesen hinsichtlich der Herkunft der Schriftzeichen. Allein diese Tatsache belegt, dass die mystischen Zeichenketten bis heute das letzte Geheimnis noch nicht preisgegeben haben.

Bedeutung germanischer Runen

Germanische Runen hatten mehrere Bedeutungen. Als Ritzungen in Felssteine, Holz oder andere Materialien dienten sie einerseits zur Übermittlung von Botschaften, während sie auf der anderen Seite zu Kultzwecken dienten. Das älteste bekannte Runenalphabet bestand aus 24 Schriftzeichen oder Buchstaben. Die einzelnen Zeichen entsprachen einem Buchstaben und hatten dementsprechend einen Lautwert. Andererseits hatte jedes Zeichen eine bestimmte symbolische Bedeutung. Germanische Krieger ritzten bestimmte Runen in die Griffe der Schwerter, um im Kampf gewappnet zu sein und Schamanen, die religiösen Führer und Wahrsager der Germanen, trafen unter Verwendung von Runen Vorhersagen für die Zukunft.

Die Germanen wiesen den Schriftzeichen bestimmte Tugenden zu. Weisheit, Mut, Fleiß, Disziplin und Treue hatten bereits vor knapp 2.000 Jahren einen positiven Ruf. Diese Eigenschaften wurden auf bestimmte Runen übertragen. Die Ritzungen und Einkerbungen in Steinsäulen lassen den Schluss zu, dass Runen nicht allein als Kommunikationsmittel dienten, sondern auch bei Kulthandlungen eine zentrale Rolle spielten.

Futhark – das älteste Runenalphabet

Futhark – das älteste RunenalphabetDas älteste bekannte Runenalphabet wird als Futhark bezeichnet und wurde vornehmlich von den nordgermanischen Stämmen verwendet. Die Runenreihe bestand aus 24 Zeichen, die jeweils einen unterschiedlichen Lautwert besaßen. Die meisten Fundstücke in der Urversion der Runen stammen aus Südskandinavien, wo sie aus Torfmooren geborgen wurden. Jedem Schriftzeichen waren ein Name und eine symbolische Bedeutung zugewiesen. Zur besseren Identifikation trug jedes Symbolwort als Anfangsbuchstaben den entsprechenden Laut. Folgende Beispiele verdeutlichen die Bedeutung einiger germanischer Runen:

- Laguz: Wasser, See
- Fehu: Vieh, Nahrung, Wohlstand
- Wunjo: Wonne, Freude, Glückseligkeit
- Gibo: Gabe, Geschenk
- Raido: Ritt, Reiten, Wagen

Futhark gilt als der Vorläufer aller folgenden Abwandlungen bei den germanischen Runen. Den Zeichen wohnte eine spirituelle Magie inne, die bis heute nicht an Faszination eingebüßt hat. Die ältesten Runen wurden etwa bis zum 5. Jahrhundert n. Chr. verwendet. Bis zum 7. Jahrhundert n. Chr. änderten sich die Lautsysteme in den Sprachen der germanischen Stämme kontinuierlich. Es kam zur Herausbildung neuer Vokale, während einige Laute miteinander verschmolzen. Die daraus entstandenen neuen Lautzeichen bildeten neue Runenreihen.

Wahrsagen mit germanischen Runen

Alten Überlieferungen zufolge nutzten die geistlichen Führer der nordgermanischen Stämme die Runen zur Vorhersage und Weissagungen. Damals führten rivalisierende Stämme keine bewaffnete Auseinandersetzung, wenn die Deutung der Zeichen ein negatives Ergebnis voraussagte. Historische Quellen berichten davon, dass bei den Germanen das Runenwerfen eine häufig praktizierte Methode war, um einen Blick in die Zukunft zu werfen. Diese Kunst war bei den Germanen der Wala vorbehalten. Damit wurde eine Seherin, Hexe, Zauberin und Wahrsagerin bezeichnet. Die Art und Weise, wie sich die einzelnen Schriftzeichen nach dem Wurf formierten, gab Auskunft über kurzfristige und langfristige Entwicklungstendenzen.

Das Wahrsagen mit germanischen Runen in der Gegenwart macht sich die Bedeutung der einzelnen Schriftzeichen zunutze. Weit verbreitet ist das Ziehen von Runen. Der Fragesteller fokussiert sich auf eine drängende Frage und zieht anschließend einen Stein, in den eine Rune eingeritzt wurde. Runenbücher oder Online-Portale liefern die Erklärung für den gezogenen Stein und erläutern die Bedeutung der Aussage. Der Ratsuchende sollte den Runenstein selbst ziehen. Einige Wahrsager lassen ihre Runensteine allerdings nicht von Fremden berühren.

Runenorakel

Das Runenorakel gehört zu den ältesten bekannten Methoden, um einen Blick in die Zukunft zu werfen. Im Gegensatz zum Orakel von Delphi befand es sich nicht an einem feststehenden Ort. Vielmehr nutzen Schamanen und Seher der germanischen Stämme Holz, Elfenbein, Knochen oder Steine zum Einritzen von Runen. In der Regel wurden die 24 Schriftzeichen aus dem Alphabet Futhark benutzt. Da jedem Schriftzeichen eine bestimmte Symbolik zugewiesen war, leiteten die Wahrsager aus bestimmten Konstellationen ihre Vorhersagen ab. So steht beispielsweise die Rune Nauthiz für Notsituationen und Zwänge, während die Rune Uruz unbezwingbare Energie symbolisiert. Grundsätzlich antwortet das Runenorakel auf ausformulierte Fragen zu bestimmten Lebenssituationen. Dabei kann es sich um berufliche Chancen, Beziehungsfragen oder um zwischenmenschliche Probleme handeln.

Interessante Produkte zum Thema: Runen, online bestellen: