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Dixon & Hanussen

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Die Wahrsager Jeane Dixon und Erik Jan Hanussen

Wahrsager faszinierten die Menschen schon immer. Sie umgibt eine Aura des Mystischen und die Popularität steigt mit jedem Treffer. Jeane Dixon und Erik Jan Hanussen waren Wahrsager, denen nach Ansicht vieler Zeitgenossen die Gabe der Voraussicht in die Wiege gelegt wurde.

Die Gabe der Jeane Dixon

Jeane Dixon wurde als Tochter der deutschen Einwandererfamilie Pinckert im Jahr 1904 im US-Bundesstaat Wisconsin geboren. Sie ging als berühmteste Wahrsagerin des 20. Jahrhunderts in die Geschichte ein. Der US-Schauspieler Bob Hope bezeichnete sie einst als „Washingtons berühmteste Hellseherin“. Den Ruf hatte sich Jeane durch zahlreiche Prophezeiungen erarbeitet, die sich später als zutreffend herausstellten. Beinahe in Vergessenheit geriet dabei, dass sich mindestens ebenso viele Prognosen als falsch erwiesen.

Jeane Lydia Pinckert, so ihr Mädchenname, heiratete im Jahr 1939 den Gebrauchtwagenhändler James L. Dixon. Zusammen mit ihrem Mann arbeitete sie später als Immobilienmakler in der amerikanischen Hauptstadt Washington D.C., bevor sie sich ausschließlich auf das Wahrsagen konzentrierte. Die außergewöhnliche Gabe der Jeane Dixon wurde bereits im Kindesalter entdeckt. Eine Zigeunerin erkannte in die Handlinien des Mädchens einen Davidstern und schloss daraus, dass das Kind „mit der Gabe der Prophetie“ gesegnet sei. Die Zigeunerin schenkte dem Mädchen eine Kristallkugel und die späteren Voraussagen von Jeane Dixon enthüllten die Schicksale von Politprominenz und die einfacher Bürger. Weltbekannt wurde Jeane Dixon, als sie im Jahr 1956 die Ermordung John F. Kennedys vorhersagte.

Die berühmteste Prophezeiung der Jeane Dixon

Jeane Dixon hatte im Jahr 1952 eine Vision, die sie vier Jahre später in der Wochenzeitung „Parade“ veröffentlichte. Damals erschien ihr vor einer Marienstatue kniend ein blauäugiger junger Mann mit brauen Haaren und die Jahreszahl 1960. Gleichzeitig sah sie das Weiße Haus und eine dunkle Wolke, die über dem Amtssitz des US-Präsidenten schwebte. Im Jahr 1960 bewahrheitete sich der erste Teil der Prognose, als John F. Kennedy als US-Präsident gewählt wurde. In den ersten Regierungsjahren des jungen Demokraten verstärkten sich die Visionen, dass der frisch gewählte Präsident einem Mordanschlag zum Opfer fallen sollte. Mehrere Versuche, den obersten Repräsentanten der USA zu warnen, scheiterten und am 22. November 1963 fielen die tödlichen Schüsse in Dallas/Texas.

Weitere Wahrsagungen von Jeane Dixon

Die Vorhersage der Wahl und der Ermordung John F. Kennedys war nicht die einzige Prophezeiung von Jeane Dixon, die sich bewahrheiten sollte. Dem US-Präsidenten Roosevelt sagte sie Ende 1944 - auf intensives Drängen seinerseits - den Tod innerhalb von sechs Monaten voraus. Er verstarb im April 1945. Dem britischen Premierminister Winston Churchill sagte sie im Jahr 1945 eine nicht für möglich gehaltene Niederlage voraus, die im Juli tatsächlich Realität wurde. Dass zahlreiche Prognosen wie die Ankündigung, dass im Jahr 1958 der Dritte Weltkrieg ausbrechen würde und in den 1980er Jahren die USA, Europa und die Sowjetunion Seite an Seite gegen den rotchinesischen Drachen kämpfen würden, sich nicht bewahrheiteten, geriet beinahe in Vergessenheit.

Erik Jan Hanussen – Wahrsager der 1930er Jahre

Erik Jan Hanussen, mit bürgerlichem Namen Hermann Chajm Steinschneider, wurde im Jahr 1889 im Wiener Stadtteil Ottakring geboren. Bereits im Alter von 14 Jahren trat Steinschneider im Zirkus auf und versuchte sich als Akrobat, Kunstreiter, Handleser und Geisterbeschwörer. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, ging er gefährlichen Fronteinsätzen aus dem Weg, indem er Vorhersagen bezüglich des Zustandes in der Heimat traf. Dies führte so weit, dass er das österreichische Militär im Wünschelrutengehen ausbildete. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges gab sich der mehr oder weniger erfolgreiche Wahrsager und Taschenspieler den Namen Hanussen. Er kopierte die Show des damals bekannten Kraftartisten Breitbart und ließ seine junge Assistentin unter „Hypnose“ Ketten sprengen und Marmorsteine zerbrechen. Als Telepath arbeitete er für die Wiener Polizei und wirkte an der Aufklärung verschiedener Verbrechen mit. Nach einem kurzen Engagement in New York kehrte Hanussen nach Europa zurück, wo seine Karriere als Hellseher begann.

Aufstieg und Fall von Erik Jan Hanussen

Zu Beginn der 1930er Jahre waren die hohe Arbeitslosigkeit und die desolate Wirtschaftslage ein Nährboden für Okkultismus und Bauernfängerei. Hanussen gab in Berlin mehrere esoterische Zeitschriften heraus, die reißenden Absatz fanden. Durch weitere Aktivitäten wie den Verkauf einer Meditationskette gelangte er zu Reichtum und residierte in einem Luxusappartement am Kurfürstendamm. Wohlhabende Bürger und Günstlinge des NS-Regimes bezahlten horrende Summen für Finanzratschläge von Hanussen. Im Jahr 1933 eröffnete er den „Palast des Okkultismus“, wo er seine Beraterdienste anbot.

Der Fall von Erik Jan Hanussen begann mit der Einweihung seiner neuen Wohnung am 26. Februar 1933. Nachdem er reichlich Alkohol konsumiert und den geladenen Gästen einige Taschenspielertricks vorgeführt hatte, ließ er sich zu einer Wahrsagung hinreißen: Er sagte den Brand des Reichtagsgebäudes voraus, was am Tag nach der Einweihungsfeier Realität wurde. Der gefeierte Starhellseher fiel von einem Tag auf den anderen in Ungnade, da das NS-Regime hinter der Prophezeiung einen Geheimnisverrat witterte. Bis heute ist ungeklärt, wie Hanussen an die Information gelangte. Am 23. März wurde der Wahrsager in seiner Wohnung von einem SA-Kommando verhaftet und in der Nacht vom 24. zum 25. März in einem Wald nahe Zossen exekutiert.

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