Handlesen – Was verraten die Hände über die Persönlichkeit?

Handlesen – Was verraten die Hände über die Persönlichkeit?Sie sind ein charakteristisches Merkmal jedes Menschen und unverwechselbar wie ein Fingerabdruck: Handlinien. Sie verzweigen sich, bilden Gabelungen und sind mal mehr und mal weniger stark ausgeprägt. Doch lassen sich am Verlauf der Handlinien tatsächlich Charaktereigenschaften ableiten und Rückschlüsse auf die Persönlichkeit ziehen? Nicht nur Wahrsager sind davon überzeugt.

Blick in die Geschichte

Die Kunst des Handlesens war bereits vor 4.000 Jahren im Babylonischen Reich bekannt. In indischen und chinesischen Hochkulturen soll die Chirologie, wie das Handlesen auch bezeichnet wird, ebenso bekannt gewesen sein, wie im antiken Griechenland. Aristoteles verglich die Zeichnung der Hand mit der nach außen gekehrten Seele des Menschen. Der Philosoph Immanuel Kant präzisierte die Aussage des griechischen Gelehrten im Jahr 1770, als er die Hand als das „äußere Gehirn des Menschen“ bezeichnete. Auch unter den Römern war das Handlesen und die damit verbundene Deutung der Verzweigungen weit verbreitet. Der römische Feldherr Julius Cäsar und der römische Kaiser Augustus warfen stets einen Blick in die Hände ihrer künftigen Legionsführer, um festzustellen, wie treu und zuverlässig diese sind. Zum Ende des 18. Jahrhunderts wurde die „Wissenschaft der Hand“ sogar als Studiengang an verschiedenen deutschen Universitäten angeboten.

In den Händen zeigt sich der Charakter

Die Handlinien mit all ihren Verästelungen und Abzweigungen sind bei jedem Menschen angeboren. Belegt ist, dass in der Form, der Art der Ausprägung und im Muster die Persönlichkeit und der Charakter eines Menschen zum Ausdruck kommt. In der Handfläche enden Tausende von Nerven. In Abhängigkeit von der Belastung können sich die Linien mit der Zeit verändern. In den Handlinien zeigen sich charakteristische Wesensmerkmale wie Stärken, Schwächen und Talente. Wahrsager, die das Handlesen professionell betreiben, können in der Hand wie in einem aufgeschlagenen Buch lesen. Sie erkennen Besonderheiten im Verlauf der Linien und setzen die einzelnen Details wie Puzzleteile zu einem ganzheitlichen Bild zusammen.

Typische Merkmale der Handlinien kann mit etwas Übung jeder identifizieren. Wichtig ist, dass beide Hände betrachtet werden. Die rechte Hand ist die bewusst nach außen gekehrte. Die Handlinien geben Aufschluss über das bisherige Leben und über die Selbstdarstellung in der Öffentlichkeit. Die linke Hand repräsentiert das Intime und Unbewusste. Dieser Grundsatz gilt unabhängig davon, ob die betroffene Person Links- oder Rechtshänder ist.

Vier Hauptlinien

Wesentliche Erkenntnisse beziehen professionelle Handleser aus den vier Hauptlinien: Lebenslinie, Schicksalslinie, Herzlinie und Kopflinie. Nicht alle Linien sind gleich stark ausgeprägt. Manchmal können Handlinien auch gänzlich fehlen. Trifft dies beispielsweise auf die Schicksalslinie zu, deutet dieser Umstand darauf hin, dass die Person eher unzufrieden ist und ziellos durch das Leben schreitet. Unterbrochene Linien können auf Stress hindeuten. Sollten beispielsweise in der Kopflinie Unterbrechungen erkennbar sein, stecken unter Umständen berufliche Probleme hinter diesem Merkmal. Brüche in den Handlinien behindern den Energiefluss. Hat sich um die Bruchstelle eine schachtelartige Struktur entwickelt, handelt es sich um den Versuch, die Stelle zu reparieren. Zwar fließt in diesem Fall die Energie wieder, doch das eigentliche Problem wurde nicht gelöst und existiert unter Umständen noch im Unterbewusstsein.

Lebenslinie

Die Lebenslinie verläuft entlang des Handballens und liegt zwischen Daumen und Zeigefinger. Ist diese Handlinie stark ausgeprägt und breit, deutet dies auf ein intaktes Immunsystem und eine robuste Gesundheit hin. Im Umkehrschluss weisen Unterbrechungen oder eine kurze Linie auf eine Neigung zu Erkrankungen und/oder gesundheitliche Beeinträchtigungen hin. Entgegen einer weitverbreiteten Meinung sagt die Länge der Lebenslinie nichts über die voraussichtliche Lebensdauer aus. Wahrsager können anhand des Verlaufs keine Prognose zum Todeszeitpunkt abgeben.

Kopflinie

Die Kopflinie verläuft oberhalb der Lebenslinie quer über den Handteller. Diese Handlinie repräsentiert den Verstand. Ist die Linie stark ausgeprägt und deutlich sichtbar, deutet sie auf eine hohe Intelligenz und eine gute Konzentrationsfähigkeit hin. Auch bei Personen mit einer analytischen Begabung und einer hohen Befähigung zum logischen Denken ist die Kopflinie stark ausgeprägt. Weist sie viele nach oben gerichtete Verästelungen auf, steckt ein kreativer Kopf hinter der Hand. Grundsätzlich gilt: Je geradliniger der Verlauf, desto rationaler handelt die Person.

Schicksalslinie

Die Schicksalslinie beginnt in der Mitte des unteren Handbereiches und endet unterhalb des Mittelfingers. Sie kreuzt in der Regel die Kopf- und die Herzlinie. Bei vielen Menschen ist diese Handlinie nur schwach ausgeprägt oder gar nicht vorhanden. Die Schicksalslinie lässt Rückschlüsse auf die Persönlichkeit zu. Ist sie stark ausgeprägt, ist die Person zielstrebig, diszipliniert und durchsetzungsstark. Unterbrechungen zeigen Veränderungen wie eine berufliche Neuorientierung an. Fehlt die Schicksalslinie, deutet diese Tatsache auf Ziellosigkeit im Leben und auf die Neigung, sich nicht festlegen zu wollen hin.

Herzlinie

Die Herzlinie bildet einen sanft geschwungenen Bogen im oberen Bereich der Handfläche. Sie beginnt unterhalb des kleinen Fingers und verläuft in Richtung Zeigefinger. Die Herzlinie repräsentiert das Gefühlsleben. Die Stärke der Ausprägung lässt Rückschlüsse auf die Tiefe von Emotionen zu. Bei leidenschaftlichen Menschen ist die Linie tief eingekerbt und dunkler gefärbt. Endet sie bereits unterhalb des Mittelfingers, weist diese Tatsache auf einen eher kontrollierten Charakter hin, der Gefühle bei Bedarf wirkungsvoll unterdrücken kann.